Interview mit Ronny Mathieu – Betreiber von brauerei-kompass.ch

Bier, das ist vor allem eine Geschichte der Verteilung. Da gibt es zunächst die Brauereien, diese Helden der modernen Zeit. Sie haben nicht gezögert, wie David gegen Goliath zu kämpfen, in einem Schweizer Markt, der von Kartellen bestimmt wird. Aber die Revolution der Craft Brauer hört dort noch lange nicht auf, es gibt darüber hinaus die Leidenschaftlichen, die Verrückten, die ein Sharing Projekt für das traditionelle handwerkliche Bier starten. Diese ‚beer geeks‘, oder erleuchteten Amateure werden immer mehr und starten ihr Projekt als Hobby, als Nebenerwerb oder sie machen es sogar zu ihrem Beruf… Wir nennen sie die Beer Ambassadors… und wir haben beschlossen, diese zu interviewen!

Porträt eines Beer Ambassadors:

Nachname, Vorname: Mathieu Ronny

Website / Projekt: www.brauerei-kompass.ch

Untappd Profil: ronny72

Bevorzugte Biersorte: IPA (in allen Ausprägungen), Farmhouse Ale, Imp. Stout, Sour Ales – sorry, ich kann mich da wirklich nicht auf einen einzelnen Bierstil festlegen J

Wie ist es dazu gekommen, dass du dich für Bier interessierst? Was ist deine Geschichte?

Ich habe schon immer gerne Bier getrunken, allerdings war die Auswahl im Wallis sehr begrenzt. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert. Als ich 2012 nach Bern gezogen bin, bot sich plötzlich auch die Möglichkeit, ohne längere Anreisen, neue Biere zu probieren. In dieser Zeit habe ich erste Kontakte mit lokalen Brauern geknüpft und meinen Bierhorizont stetig erweitert. Eine grosse Rolle spielten dabei neben Besuchen verschiedener Bierfestivals auch die Arbeit an meiner Webseite brauerei-kompass.ch. Weitere wichtige Weiterbildungsstationen waren die Erzbierschof-Bars, das Au Trappiste in Bern sowie schliesslich die Biersommelier-Ausbildung. 2015 habe ich zudem begonnen, selbst Bier zu brauen, was mir zu einem besseren Verständnis für das Produkt Bier verholfen hat.

Wann machte es Klick bei dir, die Website «Brauerei-Kompass» zu starten?

Nach meinem Umzug nach Bern und der Geburt meines zweiten Kindes nahm ich anfangs 2013 eine Auszeit. Jetzt hatte ich plötzlich relativ viel Zeit und im Gegenzug wenig zu tun. In dieser Zeit versuchte ich herauszufinden, welche Brauereien in meiner Umgebung zu finden sind. Das Ganze erwies sich als eine sehr mühsame Suche, vor allem auch, da nur sehr wenige Nano- und Mikrobrauereien eine eigene Webseite hatten oder sonst irgendwie zu finden waren. Das Register der Zollverwaltung half da nur wenig weiter. Also beschloss ich, ein eigenes Verzeichnis auf die Beine zu stellen. Da ich schon immer einmal ein Projekt mittels Crowdfunding realisieren wollte, probierte ich auch das noch aus, um zumindest einen Teil der Webseite nicht selbst finanzieren zu müssen. Am 20.09.2013 war es dann soweit und der Brauerei-Kompass ist online gegangen.

Was beinhaltet das Konzept «Brauerei-Kompass»?

Der Eintrag auf der Webseite ist für alle Brauereien absolut kostenlos. Ziel ist es, besonders kleinen Brauereien, die oft keinen eigenen Webauftritt haben und daher meist nur von richtigen Bierliebhabern und Personen in deren Umfeld wahrgenommen werden, eine Plattform zu bieten. Mit dem Brauerei-Kompass werden alle Brauereien und deren Biere sichtbar und auffindbar. Für eine transparente Bierkultur in der Schweiz. Neben den Beschreibungen der Schweizer Brauereien sind im Lauf der Zeit neben der Umkreissuche des eigenen Standortes noch eine Übersichtskarte und die Möglichkeit dazugekommen, kostenlos Events wie bspw. Degustationen, Brauseminare, Bierwanderungen und Bierfestivals zu erfassen.

Welche Brauerei und welches Bier zählt zu deinen Favoriten?

Neben Blackwell, À tue-tête und Nine Brothers bin ich ein grosser Fan der Biere von WhiteFrontier aus Martigny. Ein spezifisches Lieblingsbier habe ich nicht.

Ein Wort zum Schluss?

Think global, drink local!

Die Brauerei des Monats
White Frontier

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