Frauen in Schweizer Brauereien: Brauerinnen, Kreative und Pionierinnen der Craft-Beer-Szene

Rund um den Internationalen Frauentag im März lohnt sich ein Blick auf die Rolle der Frauen in der Bierwelt. Historisch gesehen waren Frauen lange Zeit eng mit dem Brauen verbunden. In vielen Regionen Europas wurde Bier ursprünglich im Haushalt hergestellt, häufig von Frauen, die für den Eigenbedarf oder den lokalen Verkauf brauten. Mit der Industrialisierung des Brauwesens im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Produktion jedoch zunehmend in größere Brauereien, und die Branche wurde stark männlich geprägt.

In den letzten Jahren hat die Craft-Beer-Bewegung dazu beigetragen, dieses Bild teilweise zu verändern. Die Entstehung vieler kleiner, unabhängiger Brauereien hat neue Möglichkeiten geschaffen und mehr Vielfalt in die Branche gebracht.

Ein Beispiel dafür ist Boss Beer, eine Familienbrauerei, die von Marcel und Trix Wenger aufgebaut wurde und heute auch von ihren beiden Töchtern mitgestaltet wird. Roxanne Wenger arbeitet als Braumeisterin und ist direkt an der Herstellung der Biere beteiligt, während ihre Schwester Calista Wenger als Getränketechnologin tätig ist und zur technischen Entwicklung der Brauerei beiträgt.

Bei der Celestial Brewery ist Marianne seit der Gründung der Brauerei im Jahr 2018 Teil des Projekts. Sie entwickelt die Namen der Biere, gestaltet Verpackungen und visuelle Elemente und betreut die Website sowie die sozialen Medien der Brauerei. Gleichzeitig ist sie in viele organisatorische Abläufe eingebunden und trägt so zur Identität der Marke bei.

Auch in der Brauerei Barfuss spielt Kreativität eine wichtige Rolle. Karin entwickelt ungewöhnliche Geschmacks­kombinationen und beschäftigt sich intensiv mit Bier-Food-Pairings. Ihre Ideen reichen von Kombinationen mit Lachs oder Karamell bis hin zu regionalen Spezialitäten wie dem Schlorzifladen. Darüber hinaus organisiert sie Veranstaltungen rund um Bier – von Themenabenden über Pub-Quiz bis hin zu Konzerten – und experimentiert gerne mit Bier in der Küche.

Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig die Rollen von Frauen in der heutigen Schweizer Brauszene sind. Ob in der Produktion, in der kreativen Entwicklung der Biere oder in der Vermittlung von Bierkultur – ihre Beiträge tragen zur Dynamik und Vielfalt der Schweizer Craft-Beer-Landschaft bei.

 

Die Brauerei des Monats
Brasserie de Couvaloup

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