Der Begriff Bitter klingt für viele zunächst abschreckend. Doch englische Bitterbiere sind alles andere als hart oder übermässig hopfig. Sie gehören zu den ausgewogensten, süffigsten Bierstilen überhaupt und sind ein fester Bestandteil der traditionellen britischen Pubkultur.
Trotz ihres Namens stehen englische Bitters vor allem für Balance. Gebraut mit englischem Malz und klassischen Hopfensorten wie Fuggles oder East Kent Goldings, zeigen sie feine, kräuterige und erdige Hopfennoten, getragen von einem milden, leicht biscuitartigen Malzkörper. Der Alkoholgehalt ist meist niedrig bis moderat—ideal für entspanntes, längeres Geniessen.
Mehr als nur Ordinary Bitter
Während die Ordinary Bitter (oder Session Bitter) leicht und sehr süffig ist, gibt es weitere Varianten, die dem Stil mehr Tiefe und Charakter verleihen:
Best Bitter: Diese Version ist etwas vollmundiger und aromatischer als die Ordinary Bitter. Mit typischerweise 4,0 %–4,5 % Vol. zeigt sie mehr malzige Süße, oft mit Anklängen von Karamell oder Toastmalz, und eine ausgewogene, aber präsente Hopfenbittere. Food Pairing: Brathähnchen, Würste, Quiche, milde bis mittelkräftige Käse wie junger Cheddar oder milder Bergkäse.
Extra Special Bitter (ESB): Die ESB gilt als Höhepunkt der Bitterfamilie. Mit rund 5 % Vol. besitzt sie einen kräftigeren Körper, komplexere Aromen und eine fein abgestimmte Hopfenstruktur. Hier verschmelzen fruchtige Ester mit reicherer Malzigkeit — ein Bier mit Charakter, ohne schwer zu werden. Food Pairing: Rindfleischgerichte, Schmorbraten, Burger, Lamm oder gereifte Hartkäse.
Strong / Premium Bitter: Dieser Unterstil geht noch einen Schritt weiter: kräftiger, intensiver im Geschmack, mit reicheren Malzaromen und stärkerem Hopfenprofil. Obstige Nuancen, Toffee- oder Keks-Noten machen diese Bitterbiere zu einem besonderen Erlebnis. Food Pairing: Fleischpasteten, herzhafte Eintöpfe, Pilzgerichte, kräftiger Fish & Chips oder herbstliche Küche.
Warum englische Bitters begeistern
Diese Unterstile zeigen, wie variabel englische Bitter sein können — von leichter Alltagssüffigkeit bis hin zu komplexem, aromatischem Genuss. Für Schweizer Craft-Beer-Fans sind sie eine wunderbare Möglichkeit, klassische Brautraditionen zu erleben, die ohne Extreme auskommen und stattdessen auf Balance, Trinkbarkeit und feine Nuancen setzen.