13 März 2026

Unser Bier

In Basel ist die Flasche mit dem bekannten Lällekönig längst ein geschätztes Symbol. Seit 27 Jahren steht Unser Bier – im wahrsten Sinne „unser Bier“ – für weit mehr als nur Braukunst. Es verkörpert lokale Identität, Gemeinschaftssinn und die Überzeugung, dass gutes Bier den Menschen gehört, die es trinken.

Zwei Jahre nach unserer letzten Vorstellung freuen wir uns, die Brauerei im März 2026 erneut als Brauerei des Monats zu präsentieren. Manche Geschichten verdienen es, weitererzählt zu werden – besonders wenn sie weiter wachsen.

Was einst mit einem Sud in einer Spaghettipfanne begann, ist heute die grösste Brauerei beider Basel. Mit dem Slogan «Bier von hier statt Bier von dort» positioniert sich Unser Bier als lokale Antwort auf globale Marktkonzentration. Über 11’000 Aktionärinnen und Aktionäre tragen das Konzept aktiv mit. Die Generalversammlungen sind legendär: Volksfeste mit bis zu 3’000 Menschen und rund 6’000 Litern Bier an einem Abend.

Qualität steht im Zentrum. Die meisten Biere sind biologisch und werden aus sorgfältig ausgewählten, ökologischen Rohstoffen nach nachhaltigen Prozessen gebraut. Ohne Pestizide oder Herbizide entstehen naturbelassene, oft unfiltrierte Biere, ausgezeichnet mit der Bio-Suisse-Knospe. Oder wie es die Brauerei formuliert: «Andere brauen mit Hopfen und Malz – wir brauen auch mit eurer Sympathie.»

In Basel entstehen die Standard- und Saisonbiere, in Liestal auf dem historischen Ziegelhof-Areal die Spezialitäten und fassgereiften Craftbiere. Mit dem Ausbau 2021 wurde nicht nur die Kapazität erweitert, sondern auch eine alte Tradition wiederbelebt: das «Zwickeln» am Freitagabend, bei dem frisches, unfiltriertes Bier direkt aus dem Tank gezapft wird.

Das Bio-Zwickel ist ein Highlight: leicht trüb, goldfarben, mit feiner Schaumkrone und sanfter Kohlensäure. Etwas hopfiger als das Blonde, erfrischend und traditionell verwurzelt. Auf dem Etikett trägt der Lällekönig statt der Krone den schwarzen Baselbieter Hut – ein klares Zeichen regionaler Verbundenheit.

Trotz eines schwierigen Bierjahres 2024 – mit schlechtem Wetter, starker Konkurrenz und verändertem Konsumverhalten – schloss Unser Bier mit Gewinn ab. In der Schweizer Bierstatistik belegt die Brauerei Rang 19 von rund 1’200 Betrieben – eine bemerkenswerte Leistung für einen unabhängigen Regionalplayer.

Tradition trifft Innovation: Spezialbiere, Fassreifung und das «Brauerlebnis», bei dem Gruppen von 12 bis 20 Personen 50 Liter eigenes Bier brauen und sechs Wochen später abfüllen.

Unser Bier ist weit mehr als eine Brauerei. Es ist Begegnungsort, Kultursymbol und lebendiger Beweis dafür, dass lokale Wirtschaft dann stark ist, wenn die Gemeinschaft dahintersteht. Prost auf „unser Bier“.

Anekdote der Brauerei

Zur Euro 2008 sorgte Unser Bier mit der Aktion «Basel. Mehr als nur Carlsberg» für Aufsehen – eine humorvolle Anspielung auf den offiziellen Slogan «Basel. Mehr als nur 90 Minuten». Der Spruch wurde auf 1’000 grüne T-Shirts und auf Bierflaschen gedruckt und brachte der Brauerei zahlreiche neue Aktionärinnen und Aktionäre ein. Ein typisches Beispiel für den kreativen und selbstbewussten Geist von Unser Bier.

Léon’s Favorit

Das Weizen der Basler Brauerei Unser Bier ist ein köstlicher Hochgenuss für jeden Liebhaber von feinen Weizenbieren. Es vereint das feine Malzige mit einem angenehm fruchtigen Bananen-geschmack. Ideal bei den angenehmen Frühlings-temperaturen.

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12 Februar 2026

Brasserie de Couvaloup

Eingebettet in Apples, am Fuss des waadtländischen Juras, wurde die Brasserie de Couvaloup im Dezember 2015 gegründet. Kürzlich feierte sie ihr zehnjähriges Bestehen – ein bedeutender Meilenstein für diese unabhängige Craft-Brauerei, die von Anfang an ihren eigenen Weg gegangen ist.

Hinter Couvaloup steckt geballte Leidenschaft in Person: Alexander Rockinger. Als Gründer, Inhaber und „Ein-Mann-Team“ vereint er alles, was die Brauerei ausmacht. Ob an den Kesseln, am Steuer des Lieferwagens oder am Schreibtisch – hier geht jedes Bier sprichwörtlich durch seine Hände. Für Alexander ist Couvaloup kein reiner Job, sondern eine Herzensangelegenheit, bei der Qualität und echtes Handwerk an erster Stelle stehen.

Die Jahresproduktion liegt bei rund 200 Hektolitern, bewusst klein gehalten, um Qualität vor Quantität zu stellen. Technisch zeichnet sich die Brauerei unter anderem durch die Druckgärung aus. Dieses aufwendigere und zeitintensivere Verfahren ermöglicht eine natürliche Karbonisierung. Das Ergebnis sind feinere, weniger aggressive CO₂-Bläschen und ein besonders ausgewogenes, gut trinkbares Bier.

Nachhaltigkeit spielt bei Couvaloup eine zentrale Rolle. Rund 80 % der benötigten Energie stammen aus Solarpanels.

Das Kühlwasser wird für weitere Sudvorgänge oder für Reinigungsarbeiten wiederverwendet, und die Treber — also die Malzrückstände — dienen als Tierfutter für einen lokalen Landwirt.

Experimentierfreude gehört fest zur DNA der Brauerei. Manche Versuche sind ein voller Erfolg, andere bleiben eher als lehrreiche Erfahrung in Erinnerung. Ein Sud aus 100 % Buchweizen führte beispielsweise zu vier Stunden zusätzlicher Reinigungs- und Reparaturarbeiten, da die extrem feinen Schalen der Körner den Läuterboden vollständig verstopften.

Neben dem Bierverkauf bietet die Brasserie de Couvaloup auch die Vermietung von Zapfanlagen, Fassbiere sowie Brauerei-besichtigungen mit Degustation an.

 

Anekdote der Brauerei

Die Brasserie de Couvaloup entstand auf einem Bauernhof an der Ruelle de Couvaloup. Der Name «Couvaloup» geht auf das Lateinische cum vallem beziehungsweise cum vallonem zurück und bedeutet sinngemäss «in einem kleinen Tal» oder ein enger Geländeeinschnitt, in dem häufig ein Bach floss. Auch wenn der Name ursprünglich keinerlei Bezug zum Tier hat, drängte sich der Wolf („Loup“ = franz. für Wolf) als Symbol ganz natürlich auf – und fand schliesslich seinen Platz im Logo der Brauerei.

Lucien’s Favorit

Wenn Sie ein Bier mit Charakter und Biss suchen, ist die Bermuda Ihr nächster Pflichtstopp. Diese IPA geht keine Kompromisse ein: Hinter ihrem goldenen Kleid verbirgt sich eine wahre tropische Explosion. Eine ehrliche IPA, bei der der Hopfen die Hauptrolle spielt – in der Nase ein intensives exotisches Bouquet, das Sie augenblicklich in die Tropen entführt. Am Gaumen folgt eine Welle fruchtiger Frische (Grapefruit, Passionsfrucht), gefolgt von einer harzig-bitteren Note, perfekt ausbalanciert durch einen dezent malzigen Körper. Eine geschmackliche Reise, von der man gar nicht mehr zurückkehren möchte! 🍺

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14 Januar 2026

Ombrey

Wir starten das neue Jahr mit einer ganz besonderen Entdeckung: OMBREY ist die erste Brauerei, die wir in diesem jungen Jahr besuchen und euch vorstellen dürfen.  

Hinter OMBREY steht ein echtes Familienprojekt: Jimi, Markus und Nene – ein Vater und seine zwei Söhne – haben 2024 den Schritt vom Heimbrauen zur offiziellen Marke gewagt. Nach fast acht Jahren des Experimentierens und Lernens im kleinen Rahmen ist daraus eine klare Vision entstanden: modernes, „juicy“ Craft Beer zu brauen, das Freude macht und die Szene mit frischem Wind belebt.  

Aktuell ist das Team noch als Gypsy Brewer unterwegs und produziert seine Kreationen bei befreundeten Brauereien, während sie zielstrebig an ihrem Traum vom eigenen „Space“ in Zürich arbeiten. Ein Ort, an dem Produktion, Community und Food zusammenkommen, soll das langfristige Ziel sein. 

Dass ihr Konzept aufgeht, bewies bereits die erste Charge von 3’000 Litern, die innerhalb von nur drei Monaten restlos ausverkauft war. Der Stil von OMBREY ist geprägt von Vielfalt und stetiger Weiterentwicklung, wobei jährlich sechs bis acht neue Biere erscheinen. 

Besonders wichtig ist dem Trio, dass ihre Kreationen nicht nur Craft-Bier-Nerds abholen, sondern auch Menschen überraschen, die eigentlich behaupten, kein Bier zu mögen. Mit einem Fokus auf Qualität und moderne Hopfentrends entstehen so Biere, die Charakter haben, aber dennoch extrem süffig und zugänglich bleiben. 

Auch optisch setzt die Brauerei auf ein klares Statement. Das Design der Dosen ist ein zentraler Teil des Erlebnisses – modern, farbenfroh und mit einer Identität, die sofort ins Auge springt. Die Entscheidung, ausschliesslich auf Dosen zu setzen, begründet das Team mit dem besseren Schutz für das Bier sowie ökologischen und logistischen Vorteilen. Für die Zukunft träumt die Familie von einem eigenen Brewhub in Zürich als festes Zuhause für moderne Bierkultur und gute Vibes. Bis dahin bleiben sie in Bewegung – immer neugierig, modern und offen für alles. 

Anekdote der Brauerei 

Cheeky Peach ist mehr als nur ein Bier – es ist eine echte Zusammenarbeit mit der Ombrey-Community. Von Anfang an konnten Fans bei Design und Zutaten mitentscheiden.  

In der finalen Abstimmung lieferten sich Calamansi (30 %) und Pfirsich (70 %) ein knappes Rennen. Anstatt sich für nur eine Frucht zu entscheiden, machten wir beides möglich: Die beiden wurden in einem saftig-frischen Bier vereint, in dem spritzige Zitrusnoten auf reifen Pfirsich treffen – ein Bier, das zeigt, wie stark gemeinsames Brauen sein kann. 

 

Léon’s Favorit 

Ich bin total begeistert vom Pomegranate Splash! Die Zürcher Brauerei Ombrey hat einen fruchtigen Sour kreiert, der frisch, saftig und richtig erfrischend ist. Die säuerliche Granatapfelnote zusammen mit einem Hauch Zitrus macht jeden Schluck lebendig und leicht zu geniessen. Für warme Nachmittage, einen lockeren Apéro oder mit leichten Snacks passt er perfekt. 

 

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9 Dezember 2025

Celestial

Die Brauerei Celestial ist ein handwerklicher Familienbetrieb aus Marin, nur 500 Meter vom Strand von La Tène entfernt. Die kleine, unabhängige Brauerei produziert kompromisslose Biere, die die Grenzen traditioneller Bierstile bewusst ausreizen, um intensive und ausdrucksstarke Aromen zu schaffen.

Die Geschichte der Brauerei beginnt in den 1990er-Jahren, als Peter auf Geschäftsreisen in Kalifornien zwei legendäre Brauereien entdeckt: die Marin Brewing Company und die Anchor Brewing. Dort kostet er auch zum ersten Mal Biere von Sierra Nevada und Lagunitas – ein Erlebnis, das ihn zum leidenschaftlichen Craft-Beer-Liebhaber macht. Müd von endlosen Meetings beschliesst er 2015, selbst zu brauen, und wagt 2017 den Schritt zur eigenen Brauerei. Heute entwickelt er mit Begeisterung neue Rezepte und arbeitet an zwei alkoholfreien Getränken.

Als die Brauerei 2018 ihre Tore öffnet, steigt seine Ehefrau Marianne mit ein. Kreativ und vielseitig kümmert sie sich um die Namen der Biere, das Verpackungsdesign, die Grafik, die Inhalte, sowie die Website und die sozialen Medien – auch wenn sie bei der Abfüllung manchmal etwas zögert.

Seit ihrer Gründung setzt die Brauerei Celestial auf vollständige Unabhängigkeit. Das Eigentümerpaar übernimmt alle Aufgaben selbst und verwendet so oft wie möglich regionale Rohstoffe. Zwei Biere werden ausschliesslich aus Schweizer Bio-Zutaten gebraut und tragen das Label „Neuchâtel Vins et Terroir Regio Garantie“. Alle Biere werden mit Solarenergie gebraut und gekühlt.

Die Produktion bleibt bewusst überschaubar: Rund 250 Hektoliter werden pro Jahr gebraut, obwohl die Kapazität bis zu 1’000 Hektoliter erlauben würde. Die 1’000-Liter-Brauanlage steht auch Besuchergruppen offen: Ab 11 Personen sind individuelle Führungen mit Degustation möglich, während sich Einzelpersonen und kleine Gruppen von 2 bis 10 Personen für den monatlichen Tag der offenen Tür anmelden können.

 

Anekdote der Brauerei

Man erzählt sich, dass Peter und Marianne bei den Führungen gerne von ihren bevorzugten Bierstilen berichten: Er schwärmt von stark gehopften Bieren wie seinem klassischen IPA mit markanter Bittere, während sie die Rundheit von Stouts und NEIPAs bevorzugt.

Mit der Zeit haben beide auch eine Vorliebe für Sauerbiere entwickelt. Eines Tages soll Peter sogar mit einigen Eichenfässern zurückgekehrt sein, um mit der Reifung im Holz zu experimentieren – eine Anekdote, die ihre gemeinsame Leidenschaft treffend widerspiegelt.

Lucien’s Favorit

Le Dernier Cri – Dieses intensive, hazy New England IPA ist eine wahre Explosion tropischer Aromen. Man findet saftige Noten von exotischen Früchten und reifen Zitrusfrüchten, getragen von einer weichen, seidigen Textur. Die Bitterkeit bleibt dezent und lässt der Rundheit und Frische des Hopfens viel Raum. Ein ausdrucksstarkes und ausgewogenes Bier – perfekt für alle, die IPAs mit viel Charakter, aber ohne Aggressivität lieben.

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12 November 2025

Kornhausbräu

Diesen Monat freuen wir uns ganz besonders, die Kornhausbräu AG aus Rorschach als unsere Brauerei des Monats vorzustellen. Die Brauerei ist nicht nur ein fester Bestandteil der lokalen Bierkultur am Bodensee, sondern befindet sich aktuell mitten in einem spannenden Generationenwechsel. Nach vielen Jahren als Braumeister hat Gründer Andreas «Res» Müller die Leitung an seine Kinder Michèle und Joël übergeben. Für die beiden bedeutet das nicht nur Verantwortung, sondern auch die Möglichkeit, das Familienabenteuer mit einer eigenen Handschrift fortzuführen – Tradition bewahren, aber mutig Neues wagen.

Joël beschreibt seine Leidenschaft fürs Brauen als eine Mischung aus Handwerk und Kreativität. Der Brautag beginnt für ihn ganz pragmatisch: Licht an, Maschinen starten – und dann das tägliche «Workout» mit 170 Kilo Malz. Michèle und Joël schätzen die Vielfalt ihrer Biere: Für Gäste ist immer etwas Kühles im Kühlschrank, vom Schwarzbier über Märzen bis hin zu saisonalen Spezialitäten. Ein Bier ist für sie dann einzigartig, wenn Geschmack und Geschichten miteinander verschmelzen – und genau das spürt man in ihren Kreationen.

Inspiration holen sie sich direkt an der eigenen Bar: Im Austausch mit Hobbybrauern, Stammgästen und neugierigen Entdeckern entstehen die besten Ideen. Und manchmal wird es richtig experimentell – wie bei ihrem Projekt mit der ZHAW, bei dem Hopfen durch Hanf ersetzt wurde, oder der legendären (und etwas verrückten) Idee ihres Vaters, Marroni für ein Herbstbier zu verarbeiten.

Die Kornhausbräu AG lebt Gemeinschaft: Der ehrliche Austausch mit der Schweizer Craftbier-Szene, das Teilen von Ideen, Erfolgen und Fehlern gehört für sie genauso dazu wie das gemeinsame Anstossen. Und genau das macht ihre Biere so besonders: Sie sind nicht nur Getränke – sie sind Geschichten im Glas. Prost! 🍻

Anekdote

Gegründet wurde das Unternehmen 2007 von fünf Initianten, darunter auch Braumeister Andreas Müller. Er absolvierte seine Grundausbildung bei der Brauerei Gurten, danach besuchte er das Brautechnikum Doemens in München. Zwei Jahre dauerte die Ausbildung zum Brau und Malzmeister. Später arbeitete Müller über zwanzig Jahre lang für die Brauerei Löwengarten. Als diese übernommen wurde, folgte der Braumeister seiner eigenen Vision: Eine regionale und innovative Spezialbrauerei zu gründen.

Favorit

Das Kornhausbräu Honig hat für mich einen wahren Wow-Effekt ausgelöst. Als grosser Honig-Fan ein derart köstliches Honigbier zu degustieren, bei dem der Honig durch seine feinen Akzente förmlich herausgefiltert werden kann. Ein einmaliger und leicht hopfiger Hochgenuss!

 

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13 Oktober 2025

B2F

Diesen Oktober haben wir Sergio und Mattia, die beiden Gründer des Birrificio Due Fusti, getroffen – und wir können sagen: Wir sind mit einem Lächeln zurückgekehrt … und mit ein paar schönen Entdeckungen zum Probieren!

Gegründet im Jahr 2017 von diesen zwei Freunden aus dem Tessin, die für ihr Studium nach Lausanne gekommen waren, entstand das Birrificio Due Fusti – von vielen liebevoll B2F genannt – aus einer gemeinsamen Leidenschaft für handwerklich gebrautes Bier. Heute befindet sich die Brauerei in Penthalaz in den ehemaligen Kabelwerken, an einem ungewöhnlichen Ort: im obersten Stockwerk eines Gebäudes, das „La Tour“ genannt wird, mit einem atemberaubenden Blick auf die umliegende Industriezone.

Auch wenn der Raum gross ist, bleibt der Geist entschieden handwerklich. Hier gibt es kein Team von zehn Personen und keine industrielle Produktion: Sergio und Mattia kümmern sich um alles – von der Rezeptentwicklung über die Produktion, den Verkauf und die Lieferungen bis hin zu Veranstaltungen. Ein schönes Abenteuer im menschlichen Massstab, voller Leidenschaft und Herzblut.
Aus fast nichts gestartet, sind sie nach und nach gewachsen, haben Erfahrung gesammelt, ihre Rezepte verfeinert und in professionelle Ausrüstung investiert, um B2F zu dem zu machen, was es heute ist.

Jede Woche produziert B2F etwa 1.000 Liter Bier, verteilt über rund zwanzig einzigartige und originelle Rezepte im Laufe des Jahres. Es überwiegen anglo-sächsische Bierstile, aber es finden sich auch andere mit deutschen oder amerikanischen Einflüssen.
Die Produktionsphilosophie bei B2F basiert auf Finesse, Authentizität und Respekt für die angebotenen Bierstile: Jedes Bier soll seine Eigenschaften klar ausdrücken – ohne überflüssige Verzierungen. Ihre Philosophie? Schlichtheit und Authentizität: vier Grundzutaten – Wasser, Malz, Hopfen und Hefe – sowie ein besonderes Augenmerk auf Qualität und Balance. Jedes Bier erzählt eine Geschichte, ohne Schnörkel.

Und da Bier auch immer Teilen bedeutet, bietet B2F Verkostungen vor Ort an. Das ist die Gelegenheit, die Brauer kennenzulernen, hinter die Kulissen zu schauen und vor allem die kleine Geschichte hinter jedem Rezept zu verstehen.

Anekdote aus der Brauerei

Die Peated Scotch Ale, von Mattia erdacht, ist ein schottisches Bier, gebraut mit torfgeräuchertem Malz. Dieses hat die Brauerei wortwörtlich durchdrungen (oder besser gesagt verpestet) – mit seinem intensiven Aroma. So sehr, dass alles – Wände, Maschinen, Kleidung – nach schottischem Kamin roch! Der Eindruck war, dass sie es ein wenig übertrieben hatten. Doch mit der Zeit wurden die Aromen weicher und harmonischer. Das Ergebnis: ein rauchiges Bier, reich, charaktervoll, das heute zu den gefragtesten Spezialitäten von B2F gehört.

 

Lucien’s Favorit

Ich habe das Ordinary Bitter von B2F besonders geschätzt – wegen seiner Authentizität und Ausgewogenheit. Sein geringer Alkoholgehalt macht es unglaublich leicht zu trinken, ohne dabei jemals an Geschmackstiefe zu verlieren. Mir haben die biskuitartigen und leicht karamelligen Noten gefallen, die subtil vom East Kent Goldings-Hopfen unterstrichen werden, der eine dezente florale Note einbringt. Es ist ein einfaches, ehrliches Bier, aber voller Charakter – beim Trinken hatte ich das Gefühl, für einen Moment in einem traditionellen englischen Pub zu sein.

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11 September 2025

Dr. Brauwolf

Der September bringt bei uns wieder etwas ganz Besonderes: Unsere Brauerei des Monats ist diesmal Dr. Brauwolf – und für uns fühlt es sich an wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund. Schon vor über einem Jahr haben wir die Brauerei in Zürich besucht, damals neugierig, wie sich die Philosophie „Where beer meets science“ im Glas widerspiegelt. Nun ist es Zeit, zurückzukehren und zu sehen, was sich seither getan hat. 

Craft Bier in der Schweiz ist ein lebendiges Feld – voller kleiner, mutiger Brauereien, die ihren eigenen Weg gehen. Doch Dr. Brauwolf sticht heraus – nicht nur durch Kreativität, sondern weil hier Wissenschaft zur gelebten Philosophie wird. Leidenschaft, Präzision und Forschergeist prägen jedes Bier. Hinter den Sudkesseln stehen Wissenschaftler, die akribisch dokumentieren, analysieren und experimentieren. 

„Where beer meets science“ – und genau das macht die Brauerei so spannend. Hinter den Sudkesseln stehen Wissenschaftler, die jeden Schritt akribisch dokumentieren, analysieren und hinterfragen. Diese wissenschaftliche Genauigkeit ist kein Selbstzweck – sie garantiert konstante Qualität und schafft gleichzeitig Raum für Experimente. Denn bei Dr. Brauwolf wird nicht nur klassisch gebraut, sondern auch geforscht: Neue Hefestämme, besondere Zutaten, ungewöhnliche Fermentationstechniken – alles wird ausprobiert und getestet. 

Eine Brauerei wie Dr. Brauwolf erzählt ihre Geschichten nicht nur durch die Biere selbst, sondern auch durch kleine Details, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Statt fantasievoller Namen oder bunter Illustrationen hebt jedes Label ein Molekül hervor, das mit dem jeweiligen Bier oder Brauprozess verbunden ist. Beim Witbier etwa ist NAD abgebildet – ein Stoff, den die Hefe während der Gärung produziert und der mit positiven Effekten auf den Alterungsprozess in Verbindung gebracht wird. Kleine Details wie dieses zeigen, wie eng bei Dr. Brauwolf Wissenschaft und Braukunst zusammenwirken. 

„Fresh Local Craft Beer“ – dieser Slogan fasst das Selbstverständnis von Dr. Brauwolf wunderbar zusammen. Was zunächst wie ein Marketing-Spruch klingt, wird in Zürich konsequent gelebt: Alle Biere werden frisch, lokal und ohne Konservierungsstoffe gebraut. Auf Pasteurisierung wird bewusst verzichtet, und so entsteht ein ehrliches Produkt, das nicht nur handwerklich überzeugt, sondern auch geschmacklich seine volle Lebendigkeit behält. Was dabei herauskommt, sind Biere, die sowohl Kenner begeistern als auch Neugierige überraschen. 

 

 

Anekdote des Brauers 

Auch bei den Pairings spüren wir immer wieder diese Experimentierfreude. Ein Erlebnis ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Als wir unser Black IPA einmal zusammen mit einer Chicken Waffle verkostet haben. Auf den ersten Blick klingt das ungewöhnlich, doch im Mund entstand eine überraschende Harmonie. Die süsse Waffel hob die Schokoladennoten des Bieres hervor und nahm ihm gleichzeitig die Bitterkeit. Solche Momente zeigen mir immer wieder, dass Bier weit mehr ist als nur ein Getränk – es ist Forschungsobjekt, Inspirationsquelle und kulinarisches Abenteuer zugleich. 

 

Léon’s Favorit 

Das helle Boho ist Léon’s Favorit in diesem abwechslungsreichen Karton. Ein feines und erfrischendes Spezialbier, ideal als Feierabendbier geeignet. Ein geschmacklich klares und hochwertiges Pils mit Lust auf mehr. 

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11 August 2025

BadFish Brewing Company

Mehr als zwei Jahre nach unserem letzten Besuch bei der BadFish Brewing Company wollten wir wissen, was sich bei dieser Lieblingsbrauerei inzwischen getan hat. Und was für eine positive Überraschung das war! Neue spannende Bierkreationen und aufregende Projekte haben unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. 

Entstanden ist die BadFish Brewing Company 2016 am Ufer des Genfersees in Saint-Prex als unabhängige, handwerkliche Brauerei mit einer klaren Mission: authentische, lokale und charakterstarke Biere zu brauen – kompromisslos in Qualität und Handwerk. 

2023 folgte ein wichtiger Schritt: Die Produktion zog nach Pampigny um. Die alten Räumlichkeiten in Saint-Prex wurden in das Barrel Project umgewandelt – einen kreativen Spielplatz für Mischgärungen und Fassreifung, wo die Brauer ihre experimentellsten Ideen verwirklichen. 

Der Name BadFish steht sinnbildlich für die Philosophie der Brauerei: ein Hauch Rebellion, bewusst gegen den Strom schwimmen, gepaart mit Humor und kreativer Freiheit. Dieses Selbstverständnis spiegelt sich in den oft augenzwinkernden Etiketten und den originellen Rezepturen wider. 

Im Herzen der Brauerei steht Grégoire, leidenschaftlicher Brauer, der jede Rezeptur entwirft und perfektioniert. Stets neugierig und experimentierfreudig, sucht er nach seltenen Hopfensorten, ungewöhnlichen Kombinationen und neuen Gärmethoden. Unterstützt wird er von Olivier, dem technischen Leiter, der für einen reibungslosen Betrieb sorgt und die jährliche Produktion von rund 500 hl im Blick behält. Seit 2024 verstärkt Nico das Team und ist in allen Produktionsschritten aktiv. 

Die Biervielfalt reicht von fruchtigen Hazy IPAs über die würzige Ginger Wit mit Ingwer bis hin zu fassgereiften Spezialitäten und spannenden Kollaborationen. Alle Biere werden mit größter Sorgfalt gebraut, bevorzugt mit lokalen Zutaten und nachhaltigen Methoden. 

Jeden Samstag öffnet der Shop „L’Aquarium“ in Saint-Prex seine Türen – ein Treffpunkt für Bierliebhaber, Neugierige und Freunde der handwerklichen Braukunst. BadFish Brewing Company ist mehr als nur eine Brauerei: Sie ist ein kreatives, lokales und angenehm unkonventionelles Abenteuer – genau wie ihre Biere. 

 

Brauerei Anekdote 

Bei unseren ersten Hefeversuchen für unser IPA hatten wir eine Charge, bei der die Hefe starb, bevor sie ihre Arbeit beenden konnte. Anstatt alles zu verlieren, beschlossen wir, ein paar leere Fässer von einem Winzer zu holen und liessen die Bakterien und die Hefe des Weins ihre Arbeit beenden, was zu einem unserer erfolgreichsten SmallBatch führte. Hier zeigte sich wieder einmal, wie gut die Natur ihre Arbeit macht. 

 

Lucien’s Favorit 

“Diesen Monat bin ich der Mandarina IPA von Badfish verfallen. Eine West Coast IPA, wie wir sie lieben: klar, hopfenbetont, mit einer schönen Bitterkeit. Die Zugabe von Mandarine verleiht ihr eine unerwartete fruchtige Note, die ihr harziges und zitrusartiges Profil perfekt unterstreicht. Ein intensives, perfekt ausbalanciertes Bier, das Liebhaber kräftiger IPAs begeistern wird.”

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